Sie haben Ihr Haus verkauft. Oder eine Erbschaft erhalten. Oder Ihr Unternehmen veräussert. Plötzlich liegt ein grösserer Betrag auf dem Konto — CHF 200'000, vielleicht 500'000, vielleicht mehr.
Und jetzt?
Die Bank ruft an. Der Berater lädt zum Gespräch ein. Es folgen Begriffe wie "Anlagehorizont", "Risikoprofil", "ausgewogene Strategie". Am Ende liegt ein Vorschlag auf dem Tisch: ein Vermögensverwaltungsmandat. Kosten: 1 bis 1.5 Prozent pro Jahr. Bei CHF 500'000 sind das CHF 5'000 bis 7'500 — jedes Jahr.
Doch was bekommen Sie dafür wirklich?
Was die Bank Ihnen anbietet
In den meisten Fällen erhalten Sie eine Mischung aus Aktien und Obligationen — das sogenannte "ausgewogene" Portfolio, typischerweise 60% Aktien und 40% Anleihen. Manchmal kommen noch alternative Anlagen oder hauseigene Fonds dazu.
Das Versprechen: professionelles Management, breite Diversifikation, ruhiger Schlaf.
Die Realität: In den letzten 10 Jahren hätte ein einfaches 60/40-Portfolio rund +68% Rendite erzielt — bei einem maximalen Rückgang von etwa -17%. Abzüglich der Gebühren bleiben Ihnen vielleicht +50% über ein Jahrzehnt. Das sind rund 4% pro Jahr.
Nicht schlecht. Aber auch nicht gut.
Was Sie wirklich brauchen
Bevor Sie Ihr Geld anlegen, sollten Sie drei Fragen beantworten:
Erstens: Wie viel Schwankung halten Sie aus? Können Sie ruhig schlafen, wenn Ihr Portfolio vorübergehend 20% im Minus steht? Oder wird Ihnen schon bei -10% unwohl?
Zweitens: Wie lange können Sie auf das Geld verzichten? Brauchen Sie in zwei Jahren einen Teil für eine Renovation? Oder ist es echtes Anlagegeld mit einem Horizont von 10 Jahren oder mehr?
Drittens: Wie viel Aufwand wollen Sie betreiben? Wollen Sie sich gar nicht darum kümmern? Oder sind Sie bereit, alle paar Wochen 5 Minuten zu investieren?
Die Alternativen zur Bank
Es gibt mehr Optionen als "alles auf dem Sparkonto lassen" oder "der Bank ein Mandat geben":
Eigenständig in ETFs investieren ist die kostengünstigste Variante. Ein Welt-ETF wie der MSCI World kostet 0.2% Gebühren pro Jahr — zehnmal weniger als ein Bankmandat. Der Nachteil: Sie müssen selbst entscheiden, wann Sie kaufen und verkaufen. Und genau hier scheitern die meisten Privatanleger an ihren eigenen Emotionen.
Robo-Advisors wie True Wealth oder Selma bieten automatisierte Portfolios ab 0.5% Gebühren. Besser als die Bank, aber immer noch passiv — sie kaufen und halten, ohne aktiv auf Marktbewegungen zu reagieren.
Algorithmische Signaldienste — wie aktienpost.ch — gehen einen Schritt weiter. Sie analysieren den Markt täglich und geben Ihnen konkrete Kauf- und Verkaufssignale. Sie behalten die volle Kontrolle über Ihr Depot, aber die Entscheidungen basieren auf Daten statt auf Emotionen. Kosten: ab CHF 490 pro Jahr.
Was wir empfehlen
Wenn Sie gerade einen grösseren Betrag erhalten haben, nehmen Sie sich Zeit. Investieren Sie nicht alles auf einmal. Verteilen Sie den Einstieg über mehrere Monate — so reduzieren Sie das Risiko, zum falschen Zeitpunkt voll investiert zu sein.
Und unabhängig davon, für welchen Weg Sie sich entscheiden: Achten Sie auf die Kosten. Ein Prozent Gebührenunterschied pro Jahr klingt wenig, macht aber über 10 Jahre bei CHF 500'000 einen Unterschied von über CHF 60'000.
Disclaimer: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. aktienpost.ch ist ein Informationsdienst — keine Vermögensverwaltung.